Willkommen zur zweiten Serie von Artikeln rund um das große Thema Poker auf diesem Blog! In der ersten Serie, deren Artikel in den vergangenen Monaten auf diesem Blog geposted wurden, ging es um die vielen verschiedenen Pokervarianten, die rund um den Globus am häufigsten beim live Pokern zu Hause und in den Casinos und beim online poker gespielt werden. Dabei wurde auf keine Pokerspielart mehr eingegangen als auf eine andere: jede bekam genau einen Artikel, in dem die Regeln erklärt wurden und einige Tipps zu Spielweise und dazu, wie sie ihre gegner in dieser speziellen Variante besonders gut dominieren können, gegeben wurden. Auf vielfachen Leserwunsch wird die aktuelle Artikelserie nun neu strukturiert werden: Wir werden auf eine spezielle Pokervariante bis in’s kleinste Detail eingehen und ihnen geheimes Insiderwissen dazu geben, wie sie ihre Gegner in jeder Spielsituation schlagen und es zum erflogreichen Pokerspieler bringen können! Selbstverständlich geht es dabei um die Königsdisziplin im Poker, um die Variante die schon seit dreißig Jahren die Welt in Atem hält und bei der täglich millionen umgesetzt werden: Das Texas Hold’em. Wir werden ihnen genau erklären, wie sie auf jeder der vier Streets – preflop, flop, turn und river – spielen sollten und selbstverständlich wird auch auf die Grundlagen abseits des Tisches, wie Bankroll Management, Poker Software und das Thema des heutigen Artikels, das Mindset eingegangen.
Viele Profis sagen, Poker sei zwanzig Prozent Skill und achtzig Prozent Mindset. Doch warum ist das so? Kommen wir zuerst zur Frage, die ihnen als geneigtem, deutschsprachigem Leser sicherlich unter den Nägeln brennt: was bedeutet Mindset? Es gibt wie für so viele Begriffe aus der Pokerwelt keine geeignete Übersetzung für Mindset in das Deutsche, aber am ehesten kann man Mindset wohl mit “Einstellung zum eigenen Pokerspiel” übersetzen. Das “Mind” in Mindset heißt “Geist, Verstand” und das “set” in Mindset heißt “Einstellung”. Der große Unterschied vom Poker zu fast jeder anderen Möglichkeit, sein geld zu verdienen ist, dass es im Poker den Glücksfaktor gibt. Normalerweise ist es im Berufsleben so, dass man an etwas arbeitet und dann bekommt man Geld genau für die Zeit oder die Anstrengung, die man in den Auftrag gesteckt hat. Dabei kann man sich weiter bilden und bekommt dementsprechend mehr Geld. Es gibt trotzdem noch unzählige Bücher und Ratgeber zur Einstellung zum Arbeitsleben da es trotz dieser Berechenbarkeit der Belohnung für seine Arbeit ab und zu mal zu Rückschlägen kommt – meistens, weil man selbst versagt hat. Beim Poker nimmt das alles viel krassere Dimensionen an, denn hier kann es passieren, dass man unzählige Stunden investiert und sich an den Tischen einen Wolf spielt und trotzdem geht es aufgrund der im Poker so krassen, durch Glück und Pech bedingten Varianz nur in eine Richtung: Bergab. Um mit solchen Downswings, die auch dem besten pokerspieler geschehen, klar zu kommen, braucht man ein stabiles Mindset. Ein gutes Mindset, das heißt, dass man sich bewusst sein muss, dass es gute und schlechte Phasen gibt, dass man sich nicht von den downswings auf Tilt bringen lässt sondern trotzdem immer jede Entscheidung auf richtig oder falsch hinterfragt. Irgendwann hat man durch viel Übung und Weiterbildung einfach einen Vorteil gegenüber dem Großteil der Spieler auf dem eigenen Limit. In diesem Moment ist der Skill-Teil vom Poker abgehakt und es geht zum Mindset. Verkraftet man den fünften Suckout hintereinander? Den zehnten Bad Beat? Das zwanzigste Suckout? Wenn der Gegner zum x-ten mal das bessere Set gegen ihr middle Set floppt? Dies alles ist eine Frage der Einstellung, des Mindset. Üben sie ihr Mindset – machen sie sich klar, dass downswings geschehen, trainieren sie ihr Mindset indem sie ruhig und besonnen bleiben und machen sie sich immer wieder klar: Poker ist 20% Skill und 80% Mindset!
