Herzlich willkommen zum zweiten Artikel der aktuellen serie auf diesem Blog zum Thema Poker! Wenn man heutzutage von Poker spricht meint man ja meist gar nicht poker sondern spricht im gegenteil nur von einer bestimmten Pokervariante. Nämlich der beliebtesten und berühmtesten weltweit, der Pokerspielart die die Spieler beim live pokern ebenso im sturm erobert hat wie die internet casinos beim online poker: dekm Texas Hold’em. Texas Hold em ist mittlerweile wohl so ziemlich jedem bekannt, es werden oft Pokerturniere im Fernsehen übertragen und so ziemlich jeder kennt wohl die markigen Sprüche wie “Raise!”, “Call!” und natürlich “All in!” aus diversen Hollywood-Streifen wie “James Bond: Casino Royale”. Diese Filme übersimplifizieren Texas Hold em aber oftmals, es gibt nämlich unzählige Aspekte zu diesem Pokerspiel. Wie spiele ich auf den einzelnen Streets? Was mache ich also Preflop, was am Flop, am Turn und am River? Wie kann ich am besten die Setzmuster meines Gegners analysieren und ausnutzen? In diesem heutigen Artikel geht es um die mathematische Basis des Spiels, die Pot Odds.
Es gibt ein tolles Zitat von David Spanier aus dem Jahr 1901, das geht so “The odds are merely a framework for play, like the lines of a tennis court.”
Warum dieses Zitat so sehr stimmt werden sie am Ende dieses Artikels verstehen. Zuerst jedoch erklären wir ihnen, wie Pot Odds funktionieren. Pot Odds kommen immer dann in’s Spiel wenn sie vor der Frage stehen, ob sie eine Bet callen wollen oder nicht. Nehmen wir ein oft auftretendes Beispiel: Sie haben einen Flush Draw und einen gut shot straight draw gefloppt, ihr Gegner setzt vierzehn Dollar in einen zwanzig Dollar Pot, ein weiterer Gegner callt und nun sind sie dran, sie müssten vierzehn dollar callen um den achtunddreißig Dollar Pot zu bekommen. In diesem moment haben sie genau zwölf Outs. Outs sind Cards im Deck, die ihre Hand zu der Hand verbessern, die den Pot gewinnt, wenn sie gedealt werden. Ihre zwölf Outs setzen sich folgendermaßen zusammen: Neun kriegen sie vom Flush draw, denn es gibt in jedem poker Deck vier Farben à dreizehn Karten. Zwei von dieser Farbe haben sie auf der Hand, zwei liegen als Gemeinschaftskarten auf dem Tisch, es verbleiben noch neun, die ihnen den Flush bringen. Drei Outs kriegen sie noch von ihrem Gut shot straight draw: nehmen wir ein mal an, sie bräuchten noch eine neun zur Straße. Es gibt aber doch noch vier neunen im Deck, sagen sie? Das stimmt, aber eine haben sie ja schon bei den Outs vom Flush dabei, deswegen bringt ihnen dieser Straight Draw drei statt vier weitere Outs. Das heißt, sie haben zusammen zwölf Outs. Nun kommen wir zu den anfangs erwähnten Pot Odds. Sie müssen vierzehn Dollar Callen um achtunddreißig zu bekommen, das sind ungefähr Pot Odds von 1:3,5. Wenn wir das in Prozente übertragen (dazu rechnen sie eins durch die beiden Zahlen des verhältnisses zusammen, also 1/4,5) kommen wir auf zweiundzwanzig Prozent. Diese zweiundzwanzig Prozent sind die Chance, dass wir die Hand gewinnen die wir wenigstens brauchen, um den Call mathematisch korrekt und profitabel zu machen! Da wir zwölf Outs haben und wir mit der simplen Out-Regel wissen, dass wir unsere Wahrscheinlichkeit heraus bekommen, zur nächsten Setzrunde eine der Karten zu bekommen die wir brauchen die Zahl unserer Outs mal zwei ist, haben wir 24%, dass wir am Turn eine straße oder einen Flush bekommen. Das heißt, dass wir diesen Call nach Pot Odds profitabel machen sollten!
Allerdings sind Pot Odds bei weitem nicht alles: manchmal sollten sie auch eine bet callen, obwohl die Pot Odds knapp nicht reichen, denn was Pot Odds nicht mit einberechnn ist das Geld, das sie noch vom Gegner bekommen, wenn sie ihre hand dann treffen! Pot Odds gelten also immer nur bis zur nächsten Setzrunde. Wenn sie also wissen, dass ihre straße gut versteckt ist, wenn sie sie treffen und deswegen ihr Gegner nicht so leicht raffen wird, dass sie ihn geschlagen haben wie bei einem offensichtlichen Flush Board, dann können sie Pot Odds auch mal missachten. Viel Glück bei ihrem Spiel mit Pot Odds!
